Tempo 20 auf der Venloer Straße in Köln: Verkehrspolitik mit Karnevalsfeeling?

Tempo 20 auf der Venloer Straße in Köln: Verkehrspolitik mit Karnevalsfeeling?
In Köln wird es nie langweilig – das gilt nicht nur zur fünften Jahreszeit. Die Einführung einer Tempo 20-Zone auf der Venloer Straße im Stadtteil Ehrenfeld hat bundesweit für Diskussionen gesorgt. Während manche das neue Konzept als mutigen Schritt hin zu mehr Lebensqualität feiern, vergleichen andere die Situation eher mit einem ganzjährigen „Straßenkarneval“: bunt, laut und vor allem – chaotisch.
Was ist da los? Und welche Rolle spielt das Fehlen von Fahrbahnmarkierungen in dieser Debatte?
Das Ziel: Verkehr entschleunigen, Lebensraum schaffen
Die Tempo-20-Regelung wurde eingeführt, um die Venloer Straße für Fußgänger, Radfahrer und Anwohner sicherer und attraktiver zu machen. Der Durchgangsverkehr sollte reduziert, der Aufenthalt auf der Straße angenehmer gestaltet werden. Statt Parkbuchten und klarer Fahrstreifen gibt es jetzt mehr Platz für Außengastronomie, Fahrräder und Begegnung.
Doch was in der Theorie nach urbaner Aufwertung klingt, wirkt in der Praxis oft planlos. Denn: Es fehlt an klaren Regeln – vor allem an sichtbaren.
Keine Markierungen, keine Richtung, keine Orientierung
Auf der Venloer Straße wurden viele Fahrbahnmarkierungen entfernt. Keine Mittelstreifen, keine Radwege, keine optische Trennung von Fahrspuren. Die Idee: Autofahrer sollen durch Unsicherheit vorsichtiger fahren. Tatsächlich berichten viele jedoch von unübersichtlichen Situationen, abrupten Bremsmanövern und Verwirrung – sowohl bei Autofahrern als auch bei Radfahrern und Fußgängern.
Was fehlt, sind klare visuelle Leitlinien – ein zentrales Element der Verkehrssicherheit, das sich über Jahrzehnte bewährt hat. Markierungen strukturieren Verkehrsflächen, schaffen Orientierung und tragen zur Einhaltung von Regeln bei. Wer sie entfernt, muss dafür sorgen, dass alle Verkehrsteilnehmer entsprechend geschult oder vorbereitet sind. Und genau hier wird es kritisch.
Die Realität: Verkehrsteilnehmer sind keine Schulungsobjekte
Im Gegensatz zu Baustellenbereichen, in denen Verkehrsteilnehmer durch zusätzliche Beschilderung und klare Führung geleitet werden, sind städtische Straßenräume frei zugänglich – und für alle da. Wer hier die visuelle Ordnung abschafft, verlässt sich auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Doch genau diese Annahme ist gefährlich. Denn weder Autofahrer noch Radfahrer sind automatisch darauf vorbereitet, ohne Markierungen klar zu agieren.
Das Ergebnis: Unsicherheit, Fehlverhalten und steigende Unfallgefahr. Was als innovatives Verkehrsprojekt gedacht war, wird zum Experiment mit offenen Ausgang.
Was lernen wir daraus?
Verkehrssicherheit lebt von Klarheit – und Klarheit entsteht durch Beschilderung, Markierung und fachgerechte Verkehrsführung. Die Venloer Straße zeigt, was passiert, wenn diese Grundsätze verlassen werden. Während solche Konzepte in speziellen Kontexten wie „Shared Space“ funktionieren können, braucht es dafür nicht nur gute Planung, sondern auch flankierende Maßnahmen wie Aufklärung, Einweisung und idealerweise auch Schulung – etwas, das im Baustellenbereich längst Standard ist.
Menne Training: Verkehrssicherheit beginnt mit Qualifikation
In unserer täglichen Arbeit bei Menne Training erleben wir immer wieder, wie wichtig fundiertes Wissen im Umgang mit Verkehrsräumen ist. Ob in der Planung von Baustellen, bei der Beschilderung nach RSA21 oder im Umgang mit verkehrsrechtlichen Anordnungen – wer Verantwortung trägt, braucht das nötige Know-how.
Unsere Online-Schulungen vermitteln genau dieses Wissen – verständlich, praxisnah und jederzeit verfügbar. Damit Straßen nicht zum Experimentierfeld werden, sondern zu sicheren Verkehrswegen für alle.
Fazit: Weniger Markierung bedeutet mehr Verantwortung
Die Venloer Straße zeigt, wie schnell gute Absichten im Straßenverkehr zu Verwirrung führen können, wenn die Grundlagen der Verkehrsführung ignoriert werden. Tempo 20 kann funktionieren – aber nicht ohne Orientierung. Klare Markierungen, eindeutige Beschilderung und das Wissen, wie Verkehrsflächen gestaltet und geführt werden, sind und bleiben das Fundament für Sicherheit im Straßenraum.
Jetzt informieren und qualifizieren: www.menne-training.de – Schulungen für sichere Verkehrsführung nach RSA21.